Donnerstag, 3. Januar 2008

Ein Leser hat kürzlich einen interessanten Kommentar geschrieben, bzw. eine Frage zu den Auswirkungen der Bankenkrise / Immobilienkrise auf die Aktienmärkte geschrieben:

Ich frage mich als Value Investor, inwieweit man sich mit diesem Thema beschäftigen muss? Wenn man jetzt ein attraktiv bewertetes Unternehmen findet, dann sollte man doch zuschlagen, oder? Denn wie genau kann man schon eine Krise im Bankensystem vorhersagen? Außerdem sollten Beteiligungen an guten Unternehmen immer noch zu den besten Strategien für ein "uns fällt der Himmel auf den Kopf" Szenario sein.

Nehmen wir als Extrembeispiel einmal den kompletten Zusammenbruch des Bankensystems. Aufgrund der Globalisierung würden dies vermutlich ein Zusammenbruch des Bankensystems nicht nur in den USA, sondern (mindestens) in der gesamten westlichen Welt zur Folge haben.
Sollte dies tatsächlich der Fall sein (wir reden hier gerade von einem Extrembeispiel), dann wäre Aktien mehr oder weniger wertlos, sowie fast alle anderen Beteiligungsformen ebenfalls. Helfen würden wohl nur noch Gold und ein eigener Bauernhof für die Selbstversorgung (-:


Abgesehen von diesem extremen Beispiel kann es natürlich zu starken Verwerfungen an den Aktienmärkten kommen. Betroffen wären hiervon sicherlich auch die Arbeitslosenquote, da Unternehmen Mitarbeiter entlassen müssten.

Wenn man grundsätzlich mit diesen möglichen globalen Rückschlägen an den Börsen leben kann, lohnen sich Aktien meiner Meinung nach auf jeden Fall.
Wichtig ist aber, dass man finanziell ohne Probleme ein Minus von 20 oder 30% verkraften könnte. Dies sollte man aber bei Investitionen in Aktien eigentlich immer können.


Wenn man mit diesem Punkt leben kann, dann sollte nun auf die genaue Auswahl der Unternehmen wert gelegt werden.

Hierbei fallen mir folgende Punkte ein:
  • hat das Unternehmen hohe Bankverbindlichkeiten? Wenn ja, könnte es durch eine Bankenkrise (auch wenn sich die Produkte weiter verkaufen lassen) pleite gehen.
  • in welchem Markt ist das Unternehmen tätig? Lassen sich die Produkte auch bei höherer Arbeitslosigkeit und der Insolvenz von einer Großbank weiter verkaufen?
  • hat das Unternehmen hohe Margen? Unternehmen mit hauchdünnen Margen (z.B. Supermarktketten in Deutschland) geraten bei Umsatzeinbußen schnell in den negativen Bereich. Unternehmen mit hohen Margen (z.B. Microsoft) verkraften auch Umsatzeinbußen und werden trotzdem noch Gewinne machen.



Einen wichtigen Punkt würde ich meinen Lesern gerne grundsätzlich vorschlagen: beschäftigen Sie sich selbst ausführlich mit "ihren" Unternehmen.
Kaufen Sie nicht blind, was in Börsenzeitschriften steht, sondern machen Sie sich ihre eigenen Gedanken zu den Unternehmen.

  • Vielleicht haben Sie selbst eine Tochter, die gerne Kleidung kauft. Fragen Sie sich doch mal, was sie von Esprit hält?!
  • Vielleicht nutzen Sie selbst Microsoft Produkte und kaufen diese, auch wenn sie nicht perfekt sind, weil es am Markt nichts besseres gibt!?
  • Vielleicht findet Ihr Sohn Klingeltöne ganz toll und Sie sehen, dass das Unternehmen an der Börse notiert ist?!

Dies wäre ein erster Analyseschritt für die Aktienauswahl. Bitte kaufen Sie aber weder die oben genannten Unternehmen noch in Börsenzeitschriften genannten Unternehmen blind ohne eigenes Wissen.

In einem der nächsten Beiträge werde ich einmal etwas über die sinnvolle Aktienauswahl schreiben.

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2 Comments:

  1. Max said...
    Sehr interessanter Beitrag, ich habe auch bereits etwas dazu geschrieben mit ein paar weiteren/anderen Informationen:
    http://www.finanzweblog.de/aktien/2008/01/05/geldanlage-2008-aktien/

    Ich bin auch der Meinung, wenn es erst in jeder Börsenzeitung steht, oder zur "Volksaktie" auserkoren wurde, ist es vorbei und man sollte möglichst bald austeigen bzw. höchstens auf Leerverkäufe warten, oder?
    Vermögensaufbau Blog said...
    Hallo Max,
    danke für den Link.
    Da er nicht direkt angeklickt werden kann, stelle ich ihn hier nochmals rein: Geldanlage 2008 Aktien

    Ja, mit Deiner Aussage hast Du recht. Wenn alle über ein Unternehmen sprechen, wird es eher Zeit für einen Ausstieg als für einen Einstieg.
    Wobei ich persönlich von Leerverkäufen abraten würde. Damit kann man sich ganz leicht die Finger verbrennen. Timing ist schwierig...

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