Eben habe ich einen interessanten Blog entdeckt, der sich mit verschiedenen Themen rund um die Börse und Wirtschaft beschäftigt: egghat's blog
Wie die Leser dieses Blogs ja wissen, schreibe ich aktuell viel über die Sub Prime Krise in den USA und deren Auswirkung.
Egghat (mich würde mal interessieren, woher dieser Name stammt) berichtet ebenfalls über die Sub Prime Krise.
Viel Spaß beim Lesen.
Tags: Egghat´s Blog, Aktienblog, Aktien Blog, Börsen Blog, Börsenblog, Sub Prime, Subprime
Freitag, 28. September 2007
Interessanter Blog über Wirtschaft und Börse
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Konsequenzen nach Kritik an Rating-Agenturen
Die Sub Prime Immobilienkrise weitet sich noch immer aus und führt zu Veränderungen in unserem Finanzsystem.
In einigen der letzten Blogeinträge habe ich über die Ursachen und Hintergründe der Subprime Krise gesprochen. Wer möchte, kann dies unter Sub Prime Immobilienkrise nachlesen.
Nun schreibt "Die Welt" in ihrer Printausgabe von gestern, dass die Ratingagentur Moody´s Konsequenzen aus der Kritik am Umgang mit Sub Prime Krediten Konsequenzen gezogen hat.
Die Ratingagentur Moody's zieht erste Konsequenzen aus der Kritik, mit zu hohen Bonitätsnoten zur US-Hypothekenkrise beigetragen zu haben. Die Agentur kündigte am Donnerstag Änderungen bei der Bewertung von Hypotheken an und löste zudem drei ranghohe Manager in diesem Sektor ab. Den Ratingagenturen wird vorgeworfen, selbst dann noch beste Noten für Finanzprodukte vergeben zu haben, als längst über die Schwierigkeiten Probleme am US-Markt für verbriefte Hypotheken berichtet wurde. Nun droht bereits der nächste Ärger: Einer ihrer Aktionäre verklagte Moody's am Mittwoch wegen der hohen Bewertung von Hypothekenpapieren.Wie bereits von mir erwartet, gibt es nun bereits auch schon ersten Klagen gegen Moody´s.
Ein Aktionär hat Moody's wegen der hohen Bewertung von Hypothekenpapieren verklagt. Den Ratingagenturen wird allgemein vorgeworfen, mit zu hohen Bonitätsnoten zur US-Hypothekenkrise beigetragen zu haben.
Immobilienkrise Spanien:
Übrigens nicht nur in den USA, sondern auch in Spanien hat sich in den letzten Jahren eine Immobilienblase gebildet. Auch hier sind die Preise in den letzten Jahren enorm gestiegen. Und auch hier haben fallen seit ein paar Monaten die Preise. Ich denke der Satz "Eine Drei-Zimmer-Wohnung, 30 Kilometer entfernt von Madrid, kostet heute um die 450.000 Euro" zeigt, dass auch hier unnatürliche Immobilienpreise gezahlt wurden. Lesenenswert hierzu ist der folgende Artikel aus "Die Zeit".
Die Ursache ist ähnlich wie in den USA ein überhitzter Immobilienmarkt. In zehn Jahren haben sich die Preise von Wohnungen und Häusern im Durchschnitt fast verdreifacht. Eine Drei-Zimmer-Wohnung, 30 Kilometer entfernt von Madrid, kostet heute um die 450.000 Euro. Die Spekulation von gewerblichen und privaten Investoren hat die Grundstückspreise nach oben getrieben. Jetzt platzt die Blase. Die spanische Immobilienbewertungsgesellschaft Tinsa taxiert Objekte bereits 15 Prozent unter dem Vorjahreswert.
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Mittwoch, 26. September 2007
Auswirkungen der Kreditmarktkrise
Die Sub Prime Krise wird nach Einschätzung von Finanzmarktexperten erst im nächsten Jahr voll auf das Finanzsystem durchschlagen.
Die Welt schreibt in einem Zeitungsbericht vom 25.09.2007, dass sich die Auswirkungen der Subprime Krise erst in 2008 voll auswirken werden:
Das weltweite Finanzsystem steckt nach Auffassung des Internationalen Währungsfonds (IWF) mitten in einer bedeutenden Bewährungsprobe. Die Kreditkrise, die durch die Schwäche des US-Immobilienmarktes ausgelöst worden ist, sei noch nicht ausgestanden und "die Auswirkungen dieser Episode dürfen nicht unterschätzt werden", so der IWF in seinem halbjährlichen Bericht zur weltweiten Finanzstabilität.
Die Finanzmarktkrise, ausgelöst durch die Sub Prime Krise im Sommer 2007, wird also weiter die Weltwirtschaft und die Börsen beeinflussen und vor allem beeinträchtigen.
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Dienstag, 25. September 2007
Wandelanleihen und Wandelanleihenfonds
Eine Wandelanleihe ist sowohl Aktie als auch Anleihe. Wandelanleihen werden oft auch Convertible Bond, Exchangeable Bond oder Wandelschuldverschreibung genannt. Das Wertpapier profitiert in seiner Eigenschaft als Aktie von steigenden Aktienkursen, schüttet in seiner Eigenschaft als Anleihe einen Kupon aus und bietet einen festen Rückzahlungskurs. Eine Wandelanleihe kann am Laufzeitende - und manchmal auch schon während der Laufzeit - nach Wahl des Besitzers in eine vorher festgelegte Aktienanzahl gewandelt werden.
Unternehmen begeben Wandelanleihen, weil sie dadurch Fremdkapital zu einem niedrigen Zinssatz aufnehmen können. Der Kupon liegt hierbei unser dem Niveau einer herkömmlichen Anleihe. Der niedrigere Kupon wird von Investoren akzeptiert, weil die Wandelanleihe das Recht beinhaltet, das Papier in der Zukunft in Aktien des Unternehmens umwandeln zu können.
Beispiel für eine Wandelanleihe:
Die Aktienanzahl pro Anleihe steht fest. Die Wandlung lohnt sich dann, wenn der Aktienkurs gestiegen ist und die gewandelten Aktien einen höheren Wert haben als der Nominalbetrag der Anleihe. Das Unternehmen bezahlt die Wandelanleihe somit nicht zum Nominalbetrag von 100 Euro zurück, sondern beispielsweise in 10 Aktien.
Notiert die Aktie bei 12 Euro, bezieht der Investor 10 Aktien, für die er bei Emission der Anleihe umgerechnet nur 10 Euro (100 Euro Nominalbetrag geteilt durch 10 Aktien pro Anleihe) bezahlt hat. Der Investor macht einen Gewinn, denn er kann die Aktien direkt am Kapitalmarkt zu 12 Euro verkaufen.
Die Attraktivität für den Investor ergibt sich also aus der Gewinnmöglichkeit im Falle von steigenden Aktienkursen und der gleichzeitigen Sicherheit, am Laufzeitende mindestens den investierten Nominalbetrag zurückzubekommen. Technisch gesehen besitzt der Investor eine Unternehmensanleihe mit niedrigem Kupon und gleichzeitig eine Option zum Bezug von Unternehmensanteilen zu einem festgelegten Kurs.
Beispielberechung für Wandelanleihe von Siemens:
Die konkrete Funktionsweise einer Wandelanleihe kann anschaulich am Praxisbeispiel Siemens dargestellt werden. Siemens emittierte im Jahre 2003 25.000 Wandelanleihen mit einem Nominalbetrag von jeweils 100.000 Euro. Der Aktienkurs von Siemens betrug damals etwa 40 Euro. Die Anleihen schütteten einen jährlichen Kupon von 1,375% aus und sollten im Jahr 2010 zu 100.000 Euro oder alternativ 1730 Aktien zurückbezahlt werden.
Die Wahl der Rückzahlung in Geld oder Aktien lag beim Investor und durfte schon während der Laufzeit entschieden werden. Die Wandlung lohnte sich ab einem Siemens-Aktienkurs von 58 Euro und wurde von Investoren im Jahr 2007 ausgeübt. Der Aktienkurs betrug zu der Zeit 90 Euro, so dass 1730 Aktien den Gegenwert von 156.000 Euro hatten und damit deutlich über dem Nominalbetrag von 100.000 Euro lag. Der Investor entschied sich, die feste Kuponzahlung und einen garantierten Rückzahlungskurs aufzugeben und dafür Siemens-Aktien zu bekommen.
Das Beispiel zeigt nicht nur das attraktive Rückzahlungsprofil für Investoren, sondern auch gleichzeitig die Herausforderung für Anleger. Der Nominalbetrag von Wandelanleihen ist oft im fünf- oder sechsstelligen Euro-Bereich. Der Kauf einer Siemensanleihe ist für Privatanleger durch die Mindestanlagesumme von 100.000 Euro in der Regel unpraktisch. Daher ist die Investition über spezialisierte Investmentfonds der beste Weg bei der Geldanlage in Wandelanleihen.
Investmentfonds können das verwaltete Geld auf viele verschiedene Wandelanleiheemissionen verteilen und haben kein Problem mit hohen Nominalbeträgen pro Anleihe. Hinzu kommt, dass nur wenige Wandelanleihen an der Börse gehandelt werden und daher nur von Fondsgesellschaften über spezielle Ansprechpartner bei Investmentbanken gekauft werden können. Das Angebot von Wandelanleihenfonds ist in Deutschland recht überschaubar.
Kaum mehr als 10 Fondsmanagementgesellschaften bieten Fonds an, die in Wandelanleihen investieren. Dazu gehören DWS, KBC Bank und BNP Paribas. Aber auch kleine Investmenthäuser wie Fisch Asset Management, Ringturm Kapitalanlagegesellschaft und Flossbach & von Storch Vermögensmanagement (pdf Dokument) bieten Fonds an. Eine Aufstellung der Fonds folgt am Ende dieses Textes.
Die Auswahl eines persönlich geeigneten Fonds sollte vor dem Hintergrund der Gebühren und des Investmentstils erfolgen.
Die Fonds unterscheiden sich in ihrem Investmentstil hauptsächlich durch das sogenannte „Delta“. Das Delta gibt die Aktienmarktsensitivität an und wird auf einer Skala von 0 bis 100% gemessen. Zu empfehlen sind Fonds mit einem Delta zwischen 30 bis 70%.
Fonds mit einem niedrigen Delta halten verstärkt Wandelanleihen, die nahe am Nominalbetrag notieren.
Fonds mit hoher Delta-Kennzahl halten viele Wandelanleihen, die kurz vor der Wandlung stehen und daher ein höheres Kursrisiko beinhalten.
Ein Fonds mit ausgewogenem Delta in der Mitte der Bandbreite ist für Privatanleger oft der Königsweg. Das Delta eines Fonds ist meist nur direkt bei der Investmentgesellschaft zu erfahren und nicht auf Fondsplattformen wie Onvista oder fondsweb enthalten – die meisten Gesellschaften weisen die Kennzahl jedoch in ihrer Fondsbeschreibung aus.
Neben der jährlichen Verwaltungsgebühr ist der reduzierte Ausgabeaufschlag ein wichtiges Auswahlkriterium bei der Fondsauswahl. Jede (Direkt-)Bank bietet unterschiedliche Konditionen hinsichtlich des Ausgabeaufschlags an.
- Anbieter Wandelanleihenfonds : Ringturm
- Fondsname: RT EM Bond Global Convertibles Fund
- ISIN: AT0000636824
- Delta Kennzahl (August 2007): 30 bis 40 Prozent
- Anbieter Wandelanleihenfonds : Flossbach & von Storch Vermögensmanagement
- Fondsname: FvS Portfolio Wandelanleihen
- ISIN: LU0097335235
- Delta Kennzahl (August 2007): 40 bis 50 Prozent
- Anbieter Wandelanleihenfonds : DWS
- Fondsname: DWS Convertibles
- ISIN: DE0008474263
- Delta Kennzahl (August 2007): 50 bis 60 Prozent
- Anbieter Wandelanleihenfonds : Fisch Asset Managament
- Fondsname: Fisch CB Hybrid International A1
- ISIN: LU0137266390
- Delta Kennzahl (August 2007): 60 bis 70 Prozent
- Anbieter Wandelanleihenfonds : KBC Bank
- Fondsname: KBC Bonds Convertibles C
- ISIN: LU0098296873
- Delta Kennzahl (August 2007): 70 bis 80 Prozent
- Anbieter Wandelanleihenfonds : BNP Paripas
- Fondsname: Parvest European Convertible Bonds
- ISIN: LU0086913042
- Delta Kennzahl (August 2007): 80 bis 90 Prozent
Tags: Flossbach Storch, Flossbach Storch Wandelanleihe, Flossbach Wandelanleihe, Ausgabeaufschlag, Direktbank Ausgabeaufschlag, Emission Anleihe, Anleiheemission, jährliche Verwaltungsgebühr, Verwaltungsgebühr Fond, Wandel Anleihe, Wandelanleihen, Delta Fonds, Fonds Delta, Delta Wandelanleihe, Wandelanleihe Delta, Wandelanleihe, Flossbach, Wandelanleihenfonds, Wandelanleihenfond, Wandelanleihen Fonds, was ist eine Wandelanleihe?, Was ist ein Wandelanleihenfonds?, Kapitalanlage, Aktie, Börse, Geldanlage
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Samstag, 22. September 2007
Sub Prime Immobilienkrise, Probleme und Auswirkungen
Im ersten Teil über die Sub Prime Immobilienkrise ging es um die Enstehung der Subprime Krise und die verschiedenen Akteure und Beteiligten.
Im zweiten Teil ging es um eigene Erfahrungen aus einem USA Urlaub im Mai 2007.
7. Probleme bei Geldmarktfonds
Für Privatanleger unerwarteter Weise gab es nun auch noch Problem bei den als absolut sicher geltenden Geldmarktfonds.
Geldmarktfonds investieren üblicherweise in Anleihen mit einer Restlaufzeit von weniger als einem Jahr. Hierdurch gelten sie als relativ sicher. Nun verloren aber in den letzten Wochen mehrere Geldmarktfonds teilweise im zweistelligen Bereich. Der Grund hierfür war, dass diese Fonds – um ihre Rendite zu verbessern – Teile der Gelder in die Mortgage Backed Securities (MBS), bzw. Asset Backed Securities (ABS) investiert hatten.
Es ist davon auszugehen, dass die Verkaufsprospekte dieser Geldmarktfonds aktuell von den Rechtsanwälten der vielen Betroffenen genauestens überprüft werden.
8. Deutsche IKB Bank von Krise betroffen
Bisher sind nur zwei – zumindest bekannt geworden – deutsche Banken erheblich von der Krise im Subprime-Markt in den USA betroffen. Dies sind die IKB Bank und die Sachen LB. Die IKB Bank, eigentlich als solide deutsche Mittelstandsbank bekannt, war durch zwei ABS Fonds so weit von der Krise betroffen, dass sie nur durch eine Hilfsaktion ihres Großaktionärs KfW (Kreditanstalt für Wiederaufbau) und weiterer deutschen Banken gerettet wurde. Aber auch bei den deutschen Landesbanken allen voran die WestLB werden noch „Problemkinder“ im Kreditportfolio vermutet.
9. Krise am Geldmarkt – Banken leihen sich kein Geld mehr
Ziemlich einmalig in der Wirtschaftsgeschichte (abgesehen von der Zeit nach den Anschlägen im September 2001) ist der sogenannte Interbankenhandel ab dem 10. August unter starken Druck geraten. Unter dem Interbankenhandel versteht man das Verleihen von Geld zwischen Banken für einen kurzen Zeitraum.
Der Interbankenhandel ist für unser Wirtschafts- und Kreditsystem absolut notwendig. Nun waren die Banken nicht mehr bereit, anderen Banken Geld zu leihen. Hierfür gab es vermutlich zwei Gründe. Zum einen wussten die Banken nicht, ob Kunden kurzfristig ihre Einlagen aus Geldmarktfonds, Aktienfonds u.a. abziehen würden. Zum anderen wussten die Banken nicht, inwieweit die andere Bank als Vertragspartner von der Krise betroffen ist und ob diese am nächsten Tag noch das geliehene Geld zurückzahlen können würde.
Aus diesem Grund musste die EZB (Europäische Zentralbank) kurzerhand einspringen und in unbegrenztem Maße Geld an Banken verleihen. Ohne diese Hilfsaktion hätten vermutlich viele Banken ihre Schalter heute nicht mehr geöffnet!
10. Weitere Folgen und Fazit
Kein Marktteilnehmer kann momentan einschätzen, welche unentdeckten Kredit-Risiken noch bei Banken, Versicherungen, Pensionsfonds und Hedgefonds liegen.
Die nächsten Wochen werden zeigen, wie sich die Märkte weiterentwickeln, welche (und ob) Banken große Abschreibungen durchführen müssen und welcher Vorstand noch einen Hut nehmen muss.
Die Auswirkungen auf den Konsum, vor allem in den USA, werden aber auf jeden Fall spürbar sein.
Das schnelle Eingreifen der Zentralbanken und die weltweiten Sicherungssysteme haben verhindert, dass die Krise ein Ausmaß annimmt, wie wir es damals bei der Pleite der Herstatt Bank erlebt haben.
Einmal mehr wurde unter Beweis gestellt, was passiert, wenn Gier die Angst überwiegt.
Auf eine rege Diskussion, Kommentare und natürlich auch Fragen freue ich mich!
Tags: Geldmarktfonds geschlossen, Auswirkungen Konsum USA, Herstatt Pleite, Herstatt Bank, Interbankenhandel, Krise Geldmarkt, Sub Prime, Subprime, Subprime Krise, Sub Prime Krise, Kreditkrise, Hypothekenkrise, Geldmarktfonds
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Montag, 17. September 2007
Sub Prime Immobilienkrise, selbst erlebte Beispiele in den USA
5. Beispiele aus den USA
Zufälligerweise befand ich mich selbst im Mai 2007 im Urlaub in den USA. Damals war noch nichts über eine mögliche Krise in den Zeitungen zu lesen. Ziel der Reise war es nicht, sich den untergehenden Subprime-Markt anzuschauen, aber man konnte dort doch deutliche Anzeichen einer Übertreibung erkennen. Vor allem als Europäer verursachten mir manche Sachen nur ein unglaubliches Kopfschütteln.
Aufgefallen sind mir dort vor allem drei Punkte:
a) Die Häuser sind – im Gegensatz zu Deutschland – nicht aus Stein, Beton oder Ziegeln gebaut. In den USA baut man Häuser aus Presspan-Holz! Ich habe dies anfangs für einen Einzelfall gehalten, dann aber festgestellt, dass dort wirklich jedes im Bau befindliche Haus aus Presspan-Holz ist. Natürlich kann ich nicht sagen, ob dies in den gesamten USA der Fall ist, zumindest im Bereich der Westküste trifft dies zu.
Hier zwei Beispielfotos:
b) Auf vielen Fernsehsendern liefen ständig Werbeblöcke für Immobilienkredite, welche teilweise 15 Minuten und länger liefen. Die Werbungen waren zudem als Nachrichtensendungen aufgebaut; dazu gab es auch Werbung in spanischer Sprache für die große mexikanische Bevölkerungsgruppe.
Als Bonus dazu gab es bei Kreditabschlüssen auch noch zum Teil kleine Geschenke wie einen Kurzurlaub.
Die Webseite von Flexpoint ist übrigens nicht mehr erreichbar; das Unternehmen existiert wohl nicht mehr. Die zweite Firma auf den Bildern, Pacific Shore Finance, ist noch über das Internet erreichbar. So auch die Union Fidelity Mortgage.
Als Beispiel habe ich hier einmal einen Auszug auf einem der vielen Immobilienmarkt-Magazine eingefügt, welche in den USA an jeder Ecke kostenlos erhältlich sind. Mammoth Lake liegt zwischen dem Yosemite Nationalpark und dem Death Valley. Die Bezeichnung Dorf ist sicherlich nicht falsch.
Preise für ein Haus mit 3 Zimmern in Höhe von 650.000 Dollar oder ein abgelegene Haus bei Mammoth Lake für 699.000 Dollar sind keine Seltenheit gewesen.
Wie gesagt, Mammoth Lake liegt abseits jeglicher größeren Stadt.
6. Fonds geschlossen, Guthaben eingefroren
Hedge Fonds hatten bis vor wenigen Wochen den Ruf, auch in marktschwachen Phasen Geld für ihre Investoren zu erwirtschaften. Nun wurden die Anleger eines Besseren belehrt und versuchten ihre Gelder abzuziehen.
Neben Hedgefonds, die ihre Einlagen komplett verloren haben (wie z.B. die beiden Fonds von Bear Stearns), gibt es auch welche, die die Kundengelder eingefroren haben. HSB schließt ABS Fond, WestLB Mellon schließt ABS Fond und Frankfurt Trust macht ABS Fond dicht, sind einige der Schlagzeilen der letzten Tage.
Nun hat auch noch die amerikanische Geldmanagement-Firma Sentinel Management Group die Vermögenswerte ihrer Kunden wegen Panik eingefroren.
In den nächsten Tagen folgt der 3. Teil Sub Prime Immobilienkrise, Probleme und Auswirkungen.
Tags: Immobilen Markt USA, Kredit USA, Kreditkrise, Sub Prime, Subprime, Subprime Krise, Hypothekenkrise, Sub Prime Krise
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Sub Prime Immobilienkrise, die Akteure & die Auswirkungen
Die folgende Darstellung der Immobilienkrise in den USA, ausgelöst durch den Zusammenbruch des Subprime Marktes, stellt sowohl die Geschehnisse, Auswirkungen und persönliche Eindrücke während eines USA Urlaubs dar.
Über Kommentare (die Möglichkeit gibt es unter dem Beitrag) freue ich mich!
- Der Immobilienmarkt in den USA und die Subprime-Krise
Bis zum Frühjahr 2007 war die Finanzwelt intakt und frohen Mutes. Die Immobilienmärkte in den USA kannten seit Jahren nur steigende Immobilienpreise. Den Anfang der Immobilienkrise im Subprime Markt in den USA haben nur wenige Akteure mitbekommen.
Im Februar teilte New Century Financial mit, dass sie mit einem Verlust im 4. Quartal rechnen würde. New Century Financial war der zweitgrößte Hypothekenfinanzierer in den USA im so genannten Subprime-Markt und ist mittlerweile insolvent.
Hinter dem unscheinbaren Wort „Sub-Prime“ (zweitklassig) verstecken sich Immobilienkredite für Personen, die in Deutschland sehr wahrscheinlich gar keinen Kredit bekommen würden.
Im Februar teilte die HSBC Bank als drittgrößter Kreditgeber im US-Subprime-Bereich mit, dass sie einen Teil seiner Immobilienkredite abschreiben muss.
Mit ResMAE meldete im Februar ein weiterer Hypothekenvermittler Insolvenz an, womit über 20 Subprime-Kreditgeber /-vermittler ihre Tore schließen mussten. Zusätzlich meldete American Home Mortgage Insolvenz an, was zu einer großen Erschütterung am Markt führte, da dieses Unternehmen nur geringfügig im Subprime-Markt aktiv war.
Doch was ist nun so schlimm daran, dass rund 20 dieser Firmen Insolvenz anmelden mussten? Nun, eigentlich nichts. So traurig es für den Betroffenen sein mag, aber insolvente Firmen gehörten zum Wirtschaftsleben einfach dazu.
Normalerweise wäre das vermittelnde Unternehmen, bzw. der Kreditgeber insolvent, aber die Spielregeln an den Märkten hatten sich – für die meisten nicht erkennbar – in den letzten Jahren geändert.
Bedingt durch die steigenden Immobilienpreise wurden Kredite an Personen vergeben, die unter normalen Umständen diesen nicht bekommen hätten.
Dies stellte aber kein Problem dar, da durch die scheinbar immerwährend steigenden Preise die Kredite ohne Probleme bedient und zurückgezahlt werden konnten.
Preissteigerungen im zweistelligen Bereich stellten keine Seltenheit dar. An der Börse gibt es hierfür ein Sprichwort: die Hausse nährt die Hausse.
Doch was ist nun der Gegensatz zu früher? Diese zweitklassigen Kredite verblieben nicht in den Portfolios der Kreditgeber, sondern wurden aufgeteilt, neu gebündelt und weitergereicht und an Versicherungen, Fondgesellschaften, Geldmarktfonds, Pensionsfonds und Hedgefonds weiterverkauft.
Bevor ich nun das Thema noch weiter erläutere, sollten wir erst einmal ein paar Begriffe definieren und erklären.
- Begriffe der Subprime Krise
In der Financial Times Deutschland FTD gibt es unter die Vokabeln zur Subprime-Krise sehr gute Erklärungen aller wichtigen Begriffe. Am besten lesen Sie sich kurz die Begriffe einmal durch, um die folgenden Ausführungen besser zu verstehen.
- Akteure
Beteiligt an der Immobilienkrise waren folgende Akteure: Eigenheimfinanzierer, Investmentbanken, Ratingagenturen, Hedgefonds, Banken, Versicherungen, Pensionskassen und der Privatanleger.
Akteur Eigenheimfinanzierer:
Gelockt durch die niedrigen Zinsen nach dem Platzen der Internetblase 2000/2001 haben viele US Bürger eine Immobilie erworben. Im Gegensatz zum europäischen Markt ist es in den USA durchaus üblich, variable Immobilienkredite in Anspruch zu nehmen. Dies bedeutet, dass die Zinsbelastung fällt, wenn die Zentralbankzinssätze fallen. Diese Finanzierungsart nennt sich ARM - Adjustable Rate Mortgage.
Diese Art der Finanzierung macht in Zeiten von hohen Zinssätzen durchaus Sinn. Somit profitiert man im Lauf der Zeit von fallenden Zinsen.
Seine Finanzierung aber bei historisch niedrigen Zinsen auf diese Art – in der Hoffnung auf noch weiter fallende Zinsen - durchzuführen, sehr kurzfristig gedacht an.
Neben dieser Finanzierungsart gibt es auch noch weitere Spielarten, wie zum Beispiel eine Finanzierung, bei der in den ersten zwei Jahren fast keine Zinsen zu leisten sind. In der Hoffnung auf einen (durchaus in den USA üblichen) schnellen Weiterverkauf der Immobilie ist diese Möglichkeit natürlich verlockend.
Problematisch ist hier nur, dass viele dieser Finanzierungen auf der Basis einer zu Beginn niedrigen Belastung berechnet und genehmigt wurden.
Akteur Investmentbank:
Wie oben beschrieben haben die kreditgebenden Banken und Finanzdienstleister die Subprime-Kredite weitergereicht.
Die Weiterreichung erfolgte mit Hilfe von Investmentbanken, welche die Kredite aufgeteilt und neu gebündelt haben.
Da diese Neuaufteilung die zugrundeliegenden Wertpapiere umgestaltet, nennt man sie auch „strukturierte Produkte“. Durch strukturierte Produkte konnte für jeden Investor ein dem Risikowunsch entsprechendes Portfolio zusammengebaut werden. Diese Bündelung, bzw. Verbriefung erfolgte in Form von Mortgage Backed Securities (MBS) oder auch Asset Backed Securities (ABS). Anschließend wurden diese Pakete an Banken, Hedgefonds, Versicherungen, Fonds und Pensionskassen weiterverkauft.
Akteure: Hedgefonds, Banken, Versicherungen & Pensionskassen
Alle diese Akteure haben mehr oder weniger im großen Stil in den letzten Jahren die verbrieften Hypothekenkredite in ihre Portfolios genommen. Mit diesen scheinbar sicheren Instrumenten konnten höhere Zinssätze erreicht werden, als dies mit normalen Anleihen möglich gewesen wäre.
Hierbei gab es Hedgefonds, die bewusst höhere Risiken und damit höhere Zinsen in Kauf genommen haben und andere Akteure, die nur geringere Risiken akzeptieren wollten. Die Verbriefungen wurden den Wünschen entsprechend gebündelt.
Problematisch wurde die Sache nun aber dadurch, dass aufgrund des komplizierten Aufbaus dieser strukturierten Produkte) Banken, Versicherungen und Pensionskassen nicht genau wussten, ob und wie genau ihre Investments von der Krise betroffen waren.
Akteur Ratingagentur:
Vermutlich sind Ihnen die Ratingagenturen Moody's, S&P und Fitch im Zusammenhang mit der Bewertung von Staatsanleihen und Unternehmensanleihen ein Begriff. Ihre Aufgabe ist es, durch unparteiische Bewertung der Qualität eines Investments einen Anhaltspunkt für dessen Risiko zu geben.
Ratingagenturen haben aber in den letzten Jahren auch das Feld der ABS und MBS für sich eingenommen und die Verbriefungen benotet. Wie auch bei Anleihen werden hier Noten vergeben. Einzelne Tranchen erhielten von den Ratingagenturen sogar Bestnoten, die sonst nur für Staatsanleihen und bestimmten Unternehmensanleihen vergeben werden. Da sich die Banken, Versicherungen und Pensionsfonds auf diese Bewertung verlassen haben, sahen diese in ihrem Handeln auch kein erhöhtes Risiko.
Leider haben sich die Ratingagenturen dieses Mal mit ihrer Risikoeinschätzung deutlich vertan, bzw. die Abstufungen erst viel zu spät durchgeführt. Mit diesem Vorwurf wurden die Agenturen übrigens auch im Zusammenhang mit der Insolvenz von Enron (Artikel aus dem Manager Magazing und Erklärung von Wikipedia) im Dezember 2001 konfrontiert.
Akteur Privatanleger:
Betroffen von der aktuellen Entwicklung sind nicht nur die oben genannten Akteure, sondern leider auch die Privatanleger. Die noch nicht ausgestandene Krise hat sich nicht nur in die Aktiendepots, sondern sogar bis in die Geldmarktfonds und Lebensversicherungen gefressen. Es bleibt nur zu hoffen, dass Privatanleger sich hierdurch nicht langfristig aus dem Bereich des Vermögensaufbaus mit Aktien zurückziehen.
Denn mit Aktien sind langfristig noch immer die besten Renditen zu erwirtschaften.
4. Verschärfung der Krise
Durch die größer werdende Unsicherheit unter den Marktteilnehmern kamen Kreditgeber wie New Century Financial in Bedrängnis, da sie ihre vergebenen Kredite nicht mehr weiterreichen konnten. Im Laufe der letzten Monate war kein Marktteilnehmer mehr bereit, sich weitere und vor allem nun erkennbar risikobehaftete Subprime-Kredite ins Portfolio zu holen.
Hierdurch wurde die Krise noch verschärft, was zur Folge hatte, dass kaum mehr schlecht besicherte Kredite vergeben wurden. Dies wiederum bedeutete, dass auch keine neuen Hauskäufer mehr auftraten.
Tags: ABS, Immobilen Markt USA, MBS, Ratingagentur, Sub Prime, Subprime, Subprime Krise, Sub Prime Krise, Hypothekenkrise, Probleme Ratingagenturen, Immobilienkrise, Finanzkrise
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Freitag, 14. September 2007
Sub Prime Immobilienkrise - die Einschläge kommen immer näher
Die Einschläge an den Finanzmärkten kommen immer näher.
Waren bisher hauptsächlich US Unternehmen von der Sub Prime Krise betroffen, so erwischte es nun auch den ersten Baufinanzierer aus Großbritannien.
Wie "Die Welt" in ihrer Onlineausgabe berichtet, musste in Großbritannien das Unternehmen Northern Rock vor der Pleite bewahrt werden.
Die US-Immobilienkrise hat Europa erreicht. Britische Währungshüter mussten bereits Kollaps des Baufinanzierers Northern Rock abwenden. In Deutschland schockierte Interhyp die Anleger. Deutschen Geldhäuser stehen nun vor der Bewährungsprobe.In Deutschland waren bisher vor allem die IKB Bank und die Sachsen LB von der Sub Prime Krise betroffen.
Wer gerne mehr über die Hintergründe der Hypothenkenkrise erfahren möchte, kann dies in diesem Blog unter Sub Prime Immobilienkrise nachlesen.
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Labels: IKB, Northern Rock, SachsenLB, Sub Prime, Sub Prime Krise, Subprime, Subprime Krise
Donnerstag, 13. September 2007
Video von Markus Frick über seine Seminare
Wie gefährlich es sein kann, sich keine eigene Meinung zu seinen Börsenwerten zu machen, habe ich in meinem letzten Beitrag über den Vermögensexperten Markus Frick bereits geschrieben.
Eben habe ich auf der Webseite von Markus Frick gesehen, dass dort ein Video-Mitschnitt von seinen Börsenseminaren eingestellt ist.
Leider ist es nicht möglich, das Video direkt zu verlinken. Wer sich das 10 minütige Video über seine Börsenseminare einmal gerne anschauen möchte, muss auf die Webseite von Markus Frick.
Auf der rechten Seiten unter "Markus Frick Veranstaltungen" steht der direkte Link: VIDEO: Markus Frick Seminar.
Viel Spaß!
Eingestellt von Thomas um 22:10 0 Kommentare Links zu diesem Post
Labels: Börsenseminar, Frick, Markus Frick
Probleme mit dem Server der alten Domain
Sehr geehrter Leser dieses Blogs,
leider gab es mit der ursprünglichen Domain www.vermoegensaufbau-blog.de technische Probleme.
Aus diesem Grund musste dieser Blog leider umziehen.
Von der alten Domain ist aber eine automatische Weiterleitung eingerichtet.
Sollte es durch den Wechsel zu Problemen bei Ihrem Feed kommen, so bitte ich dies zu entschuldigen.
Eingestellt von Thomas um 21:25 0 Kommentare Links zu diesem Post
Labels: technische Probleme
Was sind zyklische und defensive Aktien?
Was ist der Unterschied zwischen zyklischen und defensiven Wertpapieren und vor allem, welche Auswirkung hat diese Einteilung?
Hierzu muss man erst einmal zwei Bereiche trennen: die Wirtschaft und die Börse.
Beide Bereiche können sich höchst unterschiedlich entwickeln, auch wenn Sie meistens in dieselbe Richtung laufen.
André Kostolany hat die Wirtschaft und die Börse einmal in einem schönen Vergleich dargestellt.
Ein alter Mann geht mit seinem Hund spazieren. Der Mann läuft gemächlich durch den Wald. Er hält seine Geschwindigkeit und stoppt nur selten.
Sein Hund dagegen bleibt häufig längere Zeit stehen und kommt dann mit hoher Geschwindigkeit wieder zu seinem Herrchen.
Manchmal läuft er auch weit voraus und teilweise laufen Herrchen und Hund auf gleicher Höhe mit der gleichen Geschwindigkeit.
In diesem Vergleich steht der Mann für die Wirtschaft und der Hund für die Börse.Nun zurück zu der Einteilung von zyklischen und defensiven Aktien.
Zyklische Unternehmen:
Zyklische Aktien verhalten sich – wie der Name sagt – im Konjunkturverlauf der Wirtschaft zyklisch.
Brummt die Wirtschaft erhalten konjunkturabhängige Unternehmen mehr Aufträge. Dies trifft beispielsweise auf die Branchen Bau, Maschinenbau und Informationstechnologien zu.
In diesen Phasen steigen die Gewinne dieser Unternehmen stark an. Leider zeigt sich das gleiche Bild, sobald das Wirtschaftswachstum abflacht.
In diesen Phasen werden Aufträge zurückgestellt und der Kauf von neuen Computern wird verschoben. Hierdurch brechen die Gewinne der zyklischen Unternehmen weg.
Ganz anders verhalten sich defensive Unternehmen, bzw. deren Wertpapiere.
Defensive Unternehmen sind in konjunkturunabhängigen Branchen tätig. Dies sind beispielsweise das Gesundheitswesen oder die Energieversorgung.
Ein Energieversorger profitiert wenig davon, dass Dell mehr Computer verkauft, mehr neue Firmen gegründet werden oder Bijou Brigitte ein neues und größeres Zentrallager braucht.
Auch profitiert beispielsweise Bayer nicht durch einen höheren Verkauf von Aspirin.
Da die Gewinne dieser konjunkturunabhängigen Branchen in Zeiten eines starken Wirtschaftswachstums nicht überproportional zulegen, können auch die Aktien dieser Unternehmen nicht davon profitieren.
Das gleiche Bild zeigt sich aber wiederum auch in Zeiten eines schlechten Wirtschaftswachstums. Der Energieversorger verkauft weiterhin die gleiche Menge an Strom und Bayer die gleiche Menge an Aspirin.
Somit bleiben die Gewinne der defensiven Unternehmen stabil, was sich im konstanten Kurs der Aktien bemerkbar macht.
Fazit:
Als Fazit kann festgehalten werden, dass zyklische Aktien stark zulegen aber auch stark verlieren können. Defensive Aktien versprechen geringere Kursgewinne, bringen aber dafür Ruhe ins Wertpapierdepot.
Erklärungen und Definitionen:
Hier habe ich nocheinmal separat die wichtigster Definitionen zu den oben verwendeten Begriffen zusammengepackt. Wer also gerne bei Wikipedia nochmals ein paar Begriffe nachlesen möchte, ist hier genau richtig:
Wirtschaft, Börse, André Kostolany, Konjunktur, Aktie, Wirtschaftswachstum, Wertpapierdepot
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Labels: defensive Aktien, Kostolany, zyklische Aktien
Markus Frick
Wie gefährlich es sein kann, sich keine eigene Meinung zu seinen Börsenwerten zu machen, zeigten die Ereignisse der letzten Monate um den Vermögensexperten Markus Frick.
Bis Mai 2007 war die Börsenwelt für Markus Frick und seine Abonnenten noch in Ordnung. Laut eigener Webseite haben bisher über 250.000 Menschen die bei Markus Frick angebotenen Börsenseminare besucht und laut Süddeutscher Zeitung tausende Leser seine Email Hotline zum Preis von 898.- Euro im Jahr abonniert.
Zudem moderierte Markus Frick im Fernsehsender N24 die Sendung ,,Make Money - die Markus Frick Show‘‘, die sich an der US Fernsehsendung Mad Money mit Jim Cramer orientierte.
Anfang/Mitte Mai diesen Jahres ist Frick nun in die Kritik geraten, der er drei Rohstoffwerte in seiner Email Hotline empfohlen hatte, die massiv im Wert gefallen waren.
Es handelte sich hierbei um die Unternehmen Russoil, Star Energy und Stargold Mines.
Wie die Süddeutsche Zeitung in ihrer Onlineausgabe vom 14.06.2007 schreibt, handelte es sich bei allen drei Werte um quasi wertlose Börsenmäntel. Unter einem Börsenmantel versteht man ein börsennotiertes Unternehmen, welches sein operatives Geschäft aufgegeben hat oder in Insolvenz gegangen ist.
Diese drei Unternehmen wurden wieder reaktiviert, erhielten einen neuen Namen, führten Aktiensplitts durch und veröffentlichten Meldungen, wonach die Übernahmen von rohstoffreichen Unternehmen bevorstehen würden.
Markus Frick empfahl die drei Unternehmen anschließend in seinem kostenpflichtigen Email Newsletter. In seiner Fernsehsendung N24 wurden die Unternehmen übrigens nicht angesprochen.
Durch die Empfehlungen und die Aufnahme in sein 10.000 Euro Depot explodierten die Kurse. Möglicherweise – dies kann erst nach einer gerichtlichen Verurteilung oder einem Freispruch festgestellt werden – wurden die gestiegenen Kurse dann von den Alt-Aktionären zum Ausstieg genutzt.
In der Zwischenzeit liegen die ersten Strafanzeigen gegen Markus Frick vor und die Bafin (Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht) hat Routineuntersuchungen eingeleitet.
Schon im Jahr 2003 schrieb die renomierte Wochenzeitung „die Zeit“ über Markus Frick und seine Telefon-Hotline: „Wie jeder Guru polarisiert Markus Frick. Die einen halten ihn für einen Reichmacher, die anderen schimpfen ihn Abzocker.“
Ungeachtet der möglichen strafrechtlichen oder moralischen Verwerflichkeiten des Verhaltens des Markus Frick, schreibt „Die Zeit“ im August 2007 einen interessanten Artikel über Markus Frick und seine Leser und Zuhörer.
Hierbei wird das in meinen Augen eigentliche Problem angesprochen: „Gerade wenn die Börsenkurse lange gestiegen sind, wollen viele Anleger noch nachholen, was sie verpasst haben. Sie suchen Abkürzungen auf dem Weg zum Reichtum und gehen enorme Risiken ein, die sie nur wenige Jahre zuvor keinesfalls akzeptiert hätten.“
Abkürzungen zum Reichtum!
Dies ist genau das Problem. Es gibt (leider?!) keine Abkürzungen zum Reichtum.
Viele Gelegenheits-Börsianer und neue Börsianer erwarten, dass an den Börsen andere Gesetze gelten als im Rest des Wirtschaftslebens.
Selbstverständlich gibt es an den Börsen Ausnahmen hiervon. Das problematische hieran ist, dass nur über die Gewinner gesprochen wird. Die große Anzahl der Verlierer wird nicht erwähnt.
Auch die Stiftung Warentest stellt im Bezug auf Markus Frick fest: „Tipp: Finger weg von Hot-Stocks. Für unerfahrene Anleger ist ein Investment in solche Aktien reines Glücksspiel.“
Laut Börse-Online vom 15.08.2007 ist Markus Frick übrigens wieder aktiv: „Nach dem Desaster mit seinen abgestürzten Russland-Papieren hat Börsenguru Markus Frick sich wochenlang zurückgehalten. Jetzt geht er wieder ins Risiko – und straft seine eigenen Predigten Lügen. Statt zu streuen, setzt er sein ganzes Kapital auf eine Goldminen-Aktie.“
Es bleibt zu hoffen, dass die Anleger aus den Geschehnissen gelernt haben und sich in Zukunft intensiver selbst mit „ihren“ Unternehmen – vor dem Kauf – beschäftigen.
Für viele Kleinanleger stellt sich aber die Frage, wie man sich am besten über ein interessantes Unternehmen informieren kann. Auf diese – tatsächlich sehr wichtige – Frage werde ich in einem der nächsten Blogeinträge antworten.
Weitere Meldungen zu Markus Frick
Börse Online vom 10.08.2007: Anlegeranwälte nehmen Frick ins Visier
Börsen Weblog vom 08.05.2007: Der Neue Markt ist wieder da: Zocker in StudiVZ
Börse ARD vom 15.06.2007: Millionenverluste mit Frick-Tipps
Shares Online: Berichterstattung über Markus Frick
Video über die N-TV Berichterstattung vom 21.06.2007
Medienmagazin vom 24.06.2007: N24 trennt sich endgültig von Markus Frick
Erklärungen und Definitionen:
Hier habe ich nocheinmal separat die wichtigster Definitionen zu den oben verwendeten Begriffen zusammengepackt. Wer also gerne bei Wikipedia nochmals ein paar Begriffe nachlesen möchte, ist hier genau richtig:
Markus Frick, Börsenmantel, N24, Börse, Börsenbrief, Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
Tags: Bafin, Börse, Börsenbrief, Börsenbriefe, schlechter Börsenbrief, schlechte Börsenbriefe, Börsenmantel, N24, schneller Reichtum, Bäckermeister Frick, Russoil, Star Energy, Stargold Mines, Frick, Markus Frick
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Was sind denn eigentlich Kreditderivate?
Institutionelle Investoren benutzen sie um Rendite zu erwirtschaften und um ihre Positionen abzusichern. Aber worum handelt es sich dabei?
1. Was sind risikolose und risikobehaftete Anleihen?
Um das zu erklären, muss man erst einmal verstehen, wie ein Profi eine Anleihe (dh. einen Bond) betrachtet: er unterscheidet zwei Arten von Bonds. Zum einen die risikolosen Bonds, das sind in der Regel Staatsanleihen von den Regierungen einer Währung. In US Dollar sind das die so genannten Treasury-Bonds, in Deutschland Bundesanleihen.
Investoren, die in diese Anleihen anlegen, bekommen ihr Kapital mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit zurück - müssen sich dafür aber auch mit einer vergleichbar niedrigen Rendite begnügen. Wem das nicht reicht, der investiert in risikobehaftete Anleihen - wie zum Beispiel Unternehmensanleihen.
Wer eine Daimler Anleihe kauft, erhält von Daimler eine Verzinsung die über dem risikolosen Zinssatz liegt, muss dafür aber auch damit rechnen, dass er im Falle eines Bankrotts von Daimler sein gesamtes Kapital oder Teile seines Kapitals verliert. Die Differenz, zwischen der Verzinsung einer Anleihe und dem risikolosen Zinssatz bezeichnen die Profis als "Risikoprämie" oder "Spread".
Wenn sich das Risiko einer Anleihe verringert, wird sich auch der Spread verringern, was gut für die Anleger ist, die bereits investiert sind, da der Kurs steigt. Ein Finanzprofi wird eine Daimler-Anleihe bei einem Spread von zum Beispiel 0.7% kaufen (d.h. 0.7% mehr Verzinsung als bei einer Staatsanleihe) und wenn er später einen Käufer findet, der bereit ist, die Anleihe mit einem Spread von 0.5% zu kaufen, wird er einen Gewinn gemacht haben.
2. Von Anleihen zu Kreditderivaten
Die wichtigsten Gründe sind hierfür, dass man
a) über den Hebel von Optionsscheinen mit geringem Einsatz grosse Mengen Kapital bewegen kann, und
b) Optionsscheine nicht nur den Kauf sondern auch den Leerverkauf von Aktien ermöglichen. Man kann also sowohl auf steigende als auch fallende Kurse setzen.
Das Gleiche was diese Aktienderivate (wörtlich: "sich von Aktieninstrumenten ableitende") für die Aktienwelt erreichen, vollbringen Kreditderivate nun für die Anleihenwelt. Die einfachste Art sich dies zu veranschaulichen, ist, sich ein Kreditderivat als eine Versicherung vorzustellen.
Erklärungsbeispiel:
Gehen wir davon aus, wir kennen jemanden, der eine Daimler-Anleihe hält. Er kann sie aus bestimmten Gründen gerade nicht verkaufen, hat allerdings die Befürchtung, dass Daimler in den nächsten Jahren in Schwierigkeit kommen wird. Dieser Investor fragt uns jetzt, ob wir bereit wären, ihm das Risiko, dass Daimler zahlungsunfähig wird, zu versichern. Das Geschäft läuft dabei auf Folgendes hinaus: Der Investor zahlt uns jedes Jahr eine Versicherungsprämie, die wir auf jeden Fall behalten dürfen. Wenn es allerdings zu einem Ausfall von Daimler kommt, müssen wir dem Versicherungsnehmer den Differenzbetrag zwischen dem Restwert seiner Anleihe und dem Vollwert (d.h. 100%) des Anleihen-Nominals auszahlen.
Dieses Geschäft: Prämie gegen mögliche Auszahlung, nennt man ein Kreditderivat.
Nebenbemerkung: Diejenigen, die mit Aktienoptionen vertraut sind, werden diese Geschäftsart erkennen. Der Investor hat nämlich nichts anderes getan, als eine Put-Option auf seine Unternehmensanleihe gekauft, was uns in die Situation des Stillhalters gebracht hat. Die Prämie für unser Stillhalten kriegen wir dabei jährlich ausgezahlt.
Die Höhe der Versicherungsprämie ist dabei recht einfach zu bestimmen. Wenn wir bei unserem Beispiel von oben bleiben, werden wir von dem Investor eine Versicherungsprämie von 0.7% pro Jahr verlangen. Denn dies ist genau der Betrag, den er von Daimler dafür bekommt, dass er sein Geld in eine Daimler-Anleihe und nicht in eine Staatsanleihe anlegt.
Unsere Hoffnung ist, dass sich die Risikoeinschätzung von Daimler verbessert. Denn wenn wir jemanden finden, der UNS das Risiko von Daimler für 0.5% pro Jahr versichert, bekommen wir jährlich 0.2%, ohne dass wir irgend ein Restrisiko hätten!
4. Warum Kreditderivate?
Profi-Investoren haben mehrere Gründe, den Kauf von Kreditderivativen dem Kauf von Unternehmensanleihen vorzuziehen:
a) man braucht viel weniger Kapitaleinsatz, um ein Kreditderivat zu kaufen
b) man kann Kreditderivate nicht nur kaufen, sondern auch leerverkaufen (d.h. auf fallende Kurse spekulieren)
c) Kreditderivate können auch auf Unternehmen abgeschlossen werden, die keine Unternehmensanleihen emittiert haben
Nichtsdestotrotz muss an dieser Stelle gesagt werden, dass es sich bei Kreditderivaten um absolute Profi-Instrumente handelt.
Der inhärente Hebel kann zu einem vielfachen Verlust des eingesetzten Kapitals führen. Auch von der rechtlichen Seite sind sie deutlich komplizierter als normale Unternehmensanleihen. Und auch Profis unterschätzen oft die Risiken dieser Instrumente. Die Immobilien-Krise in den USA im Juni/Juli 2007 wurde in erster Linie durch den sorglosen Einsatz von Kreditderivaten ausgelöst.
Richtig eingesetzt, können sie allerdings einen erheblichen Beitrag zur Risikominderung und Stabilisation unseres Finanzsystems leisten.
Erklärungen und Definitionen:
Hier habe ich nocheinmal separat die wichtigster Definitionen zu den oben verwendeten Begriffen zusammengepackt. Wer also gerne bei Wikipedia nochmals ein paar Begriffe nachlesen möchte, ist hier genau richtig:
Kreditderivate, Subprime Krise USA, Anleihe, Spread, Finanzsystem
Tags: Finanzsystem, Anleihe, Spread, Risikoprämie, Kreditderivat, Kreditderivate, Hebel Optionsschein, Definition Kreditderivat, Definition Kreditderivate, Aktienderivate, Kreditderivat Rendite, Rendite Kreditderivate
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Mittwoch, 12. September 2007
Crashprophet Roland Leuschel
Leuschel ist sich sicher: "Der nächste Crash kommt bestimmt." Nur diesmal werde es noch schlimmer, sagt Leuschel gegenüber boerse.ARD.de.
Dieses Zitat von Roland Leuschel stammt aus dem Juni 2004, als er sein neues Buch „Das Greenspan-Dossier. Seit dem haben sich die Börsen überdurchschnittlich positiv entwickelt. Der DAX legte seit dem Juni 2004 – trotz der Turbulenzen der letzten Wochen – um knapp 100 Prozent, der MDAX um rund 110 Prozent zu.
Wer sich die Crash-Prophezeiungen zu Herzen nahm, entging ein überaus positiver Börsenaufschwung. Manchmal lohnt es sich auch, alte Börsenzeitschriften herauszusuchen und im Rückblick Kommentare und Einschätzungen von Finanz-Fachleuten zu lesen.
Der folgende Text stammt aus der Börsenzeitschrift Börse Online Nr. 40 vom September 1998. Darin schürt Roland Leuschel die Angst vor einer Depression : „Ja, Sie haben richtig gelesen, es winkt die große Depression“.
Wer seinen damaligen Schlussfolgerungen Glauben geschenkt hat, verpasste die besten Börsenjahre.
Wenn der Bundesbankpräsident bisher nur ein mildes Lächeln für Ökonomen, Journalisten oder Wirtschaftsinstitute übrig hatte, die vor der Gefahr einer Deflation warnten, so müßte er jetzt sogar seine Kollegen schelten. Die Bank of Japan, Zentralbank der zweitgrößten Wirtschaftsmacht der Welt, begründete ihre Entscheidung Anfang September, den Zinssatz für Tagesgeld von 0,50 Prozent auf 0,25 Prozent zu senken, offiziell mit „dem Willen, die Wirtschaft nicht weiter zu schwächen und zu verhindern, dass sie in eine Spirale der Deflation gerät".
Nun gibt es im Falle von Japan handfeste Gründe, eine Deflationsspirale zu befürchten. Mittlerweile haben nicht nur Börsen- und Immobilienwerte zwischen 60 und 80 Prozent verloren, sondern die Wirtschaft befindet sich in einer Rezession. Im dritten Quartal 1998 fiel das Bruttosozialprodukt um 3,3 Prozent.
Aber es kann noch schlimmer kommen. Der Chefvolkswirt der HSBC Bankengruppe, Roger Bootle, der 1997 das bemerkenswerte Buch „Der Tod der Inflation" geschrieben und im Juli dieses Jahres eine große Studie „Die drohende Deflation" verfaßt hat, warnte Ende August eindringlich vor einer globalen Depression im Stile der dreißiger Jahre: „Dies ist die gefährlichste Weltkrise seit dem Ölschock der siebziger Jahre." Am meisten ist Bootle über „die Möglichkeit eines scharfen Konjunktureinbruchs in den Vereinigten Staaten" beunruhigt.
Ja, Sie haben richtig gelesen, es winkt die große „Depression". Auf einem BÖRSE ONLINE-Seminar 1996 in München verurteilte Altmeister Andre Kostolany Leute, die vor der großen Depression warnten, als „kriminell" und bezeichnete Verhältnisse wie in den dreißiger Jahren heute als „undenkbar". Nun, wer die Bilder in Rußland oder Indonesien gesehen hat, wird da anderer Meinung sein. Und dabei hat der internationale Währungsfonds weit mehr als 100 Milliarden Dollar in diese Länder gepumpt.
Wir müssen jetzt bescheiden werden und unsere Gewinnerwartungen reduzieren. Leben, um mit Erich Kästner zu sprechen, ist eben lebensgefährlich. Das muß auch der Bundesbankpräsident gedacht haben, als er Mitte September eine Zinssenkung in Deutschland beziehungsweise eine konzertierte Aktion zur Ankurbelung des Wachstums in der Weltwirtschaft ausschloß. Ich erinnere nur an den Oktober 1987, als der damalige Bundesbankpräsident Schlesinger noch die „Inflation unter jedem Kieselstein" vermutete, während sein US-Kollege Greenspan schon längst bereit war, der Welt die notwendige Liquidität zur Verfügung zu stellen.
Ein amerikanischer Risikofonds verlor allein im August dieses Jahres fast zwei Milliarden Dollar. Trotz zweier Mathematik-Nobelpreisträger als Berater hatte man sich nicht vorstellen können, daß sich die Renditedifferenz zwischen US-Staatsanleihen und Industrieanleihen so gewaltig vergrößern würde. Die Anleger suchten einfach sichere Häfen. Und das sollten sie auch in Zukunft tun."
Quelle: Börse Online, Nr. 40, Ausgabe vom 24.09.1998 bis 01.10.1998, Seite 138.
Erklärungen und Definitionen:
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Börse Online, Roland Leuschel, Greenspan, Crash
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Eingestellt von Thomas um 23:03 2 Kommentare Links zu diesem Post
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Lohnen sich Quadriga Superfund Produkte?
Anlässlich der aktuellen Hypothekenkrise in den USA und dadurch ausgelösten Bankenkrise berichtete "Die Welt" am 14.08.2007 über, dass Computerfonds drastische Einbrüche erleiden: „Die Module spielen verrückt. Der momentanen Finanzmarktkrise sind selbst die ausgeklügeltsten Computerprogramme nicht gewachsen. Rechnergestützte Investmentfonds verlieren kräftig. Von Menschen gemanagte Produkte kommen besser mit den Turbulenzen klar.“
Da es sich bei den Quadriga Superfund Produkten um genau einen dieser Computerfonds handelt, habe ich mir einmal die Produkte genauer angeschaut. Über die Firma Superfund gibt es noch einen Eintrag bei Wikipedia: Superfund.
Um mich näher mit den Produkten beschäftigen zu können, habe ich mir erst einmal das Infopaket über die Webseite von Superfund zusenden lassen.
Kurze Zeit später darauf erhielt ich das Infopaket mit folgendem Anschreiben zugesandt:
Sehr geehrter Herr …,
vielen Dank für Ihre Anfrage und Ihr Interesse an den Superfund Investment Strategien. Superfund ist seit über 11 Jahren ein erfolgreicher Anbieter von Managed Futures Produkten. Diese erhielten bisher mehr als 40 internationale Auszeichnungen. Mit Büros in 17 Ländern betreuen Superfund Investmentgesellschaften über 50.000 Anleger und verwalten insgesamt ein Fondsvolumen von 1,6 Mrd. US-Dollar. 2001 eröffneten wir die erste Niederlassung in Deutschland und die Superfund Produkte erzielten seither durchschnittlich eine Netto-Jahresrendite von +15,9% mit der Strategie A, +21,4% mit der Strategie B und +31,1% mit der Strategie C. Die Strategien A, B und C unterscheiden sich hinsichtlich ihres Ertragspotenzials und ihrer Volatilität.
Im Anschreiben unten befanden sich die Fußnoten:
1) Wertentwicklung von Anfang Mai 2001 bis Ende Juni 2007. Exemplarische Renditeangaben: Superfund A Strategie basierend auf Superfund Q-AG (geschlossener Fonds), Superfund B Strategie basierend auf Superfund GCT USD (geschlossener Fonds), Superfund C Strategie basierend auf Superfund Cayman (geschlossener Fonds), Zeichnungen sind ausnahmslos nicht mehr möglich. Die Nennung der in der Vergangenheit erzielten Wertentwicklung dieser oder anderer Superfund-Produkte ist nicht zu Rückschlüssen auf die zukünftige Wertentwicklung geeignet, auch sind erzielte Ergebnisse aufgrund unterschiedlicher Gebührenstrukturen nur eingeschränkt mit der Wertentwicklung der Zertifikate vergleichbar.
2) Risikohinweise entnehmen Sie bitte den beiliegenden Unterlagen. Die vorliegenden Informationen sind unverbindlich, insbesondere stellen sie keine Anlageberatung oder -empfehlung dar. Maßgeblich sind ausschließlich Angaben im jeweiligen Wertpapierverkaufsprospekt (Verkaufsprospekt). Bitte beachten Sie, dass vor jeder Investition in Superfund-Produkte die Kenntnis des jeweiligen Verkaufsprospekts sowie eine individuelle, ausführliche Beratung erforderlich ist. Investoren müssen bereit und in der Lage sein, regelmäßige positive wie negative Wertschwankungen, bis zum Totalverlust, hinzunehmen, sofern Sie kein Superfund-Produkt mit Kapitalgarantie erwerben.
Interessant fand ich den folgenden Satz aus den Fußnoten: „Bitte beachten Sie, dass vor jeder Investition in Superfund-Produkte die Kenntnis des jeweiligen Verkaufsprospekts sowie eine individuelle, ausführliche Beratung erforderlich ist.“
Leider befand sich überhaupt kein Verkaufsprospekt bei den übersandten Unterlagen!
Auf den Verkaufsprospekt, den ich mir deshalb von der Webseite von Superfund herunter geladen habe, gehe ich später ein.
Wenn ich es richtig verstanden habe, gibt es 3 grundsätzliche Strategien:
Strategie A: Superfund Q-AG, Strategie B: Superfund GCT USD und Strategie C: Superfund Cayman.
Darauf basierend wurden – diese 3 genannten Fonds wurden mittlerweile geschlossen – verschiedene Produkte herausgegeben.
Bis auf Superfund A Index Zertifikat sind hier wiederum alle Fonds geschlossen.
Für die Strategie B sind dies: Superfund B Index Zertifikat, Superfund GCT USD, Superfund GCT EUR und Superfund B Genussschein.
Bis auf Superfund B Index Zertifikat sind hier ebenfalls alle Fonds geschlossen.
Für die Strategie C sind dies: Superfund C Index Zertifikat, Superfund Cayman und Superfund C Genussschein.
Auch hier sind bis auf Superfund C Index Zertifikat alles Fonds geschlossen.
Zusätzlich gibt es noch das Superfund Garant Index Zertifikat.
Insgesamt können also nur noch Superfund A, B& C Index Zertifikate und in Superfund Garant Index Zertifikat investiert werden (mit welchem ich mich hier nicht weiter beschäftigen werde).
Die Superfund Indexzertifikate A, B & C sind aufgeteilt in traditionelle Strategie (ab 1000.- Euro Einmalinvestment oder 50.- Euro monatlicher Sparplan), dynamische Strategie (ab 10.000.- Euro Einmalinvestment oder 50.- Euro monatlicher Sparplan) und aggressive Strategie (ab 100.000.- Euro Einmalinvestment).
Performance:
Laut Webseite von Superfund erzielte das Superfund Index Zertifikat A im Jahr 2006 (Gründung war im Dezember 2005) folgende Performance: plus 6,52 Prozent.
Im Jahr 2007 (Stand 14.08.2007) wurde eine Performance von minus 12,69 Prozent erzielt.
Laut Webseite von Superfund erzielte das Superfund Index Zertifikat B im Jahr 2006 (Gründung war im Dezember 2005) folgende Performance: plus 13,36 Prozent
Im Jahr 2007 (Stand 14.08.2007) wurde eine Performance von minus 18,85 Prozent erzielt.
Laut Webseite von Superfund erzielte das Superfund Index Zertifikat C im Jahr 2006 (Gründung war im Dezember 2005) folgende Performance: plus 14,04 Prozent
Im Jahr 2007 (Stand 14.08.2007) wurde eine Performance von minus 26,34 Prozent erzielt.
Vergleich mit dem DAX:
Der Dax schaffte in 2006 ein Plus von 21,93 Prozent und in 2007 (Stand 14.08.2007) ein Plus von 12,25 Prozent.
Vergleich mit dem S&P 500:
Der S&P 500 (500 größten börsennotierten Unternehmen in den USA) schaffte in 2006 ein Plus von 13,28 Prozent und in 2007 ein Plus von 0,6 Prozent.
Performance-Kurzvergleich (Stand 14.08.2007):
| In % | DAX | S&P 500 | A Zertifikat | B Zertifikat | C Zertifikat |
| 2006 | plus 21,93 | plus 13,28 | plus 6,52 | plus 13,36 | plus 14,04 |
| 2007 | plus 12,25 | plus 0,6 | minus 12,69 | minus 18,85 | minus 26,34 |
Gebührenstrukturen:
Wer sich das Factsheet A, B& C Zertifikate anschaut, erhält den Eindruck, dass beim Superfund A Index Zertifikat nur ein Ausgabeaufschlag von 4 Prozent, ein anfänglicher Verkaufspreis von 1 Prozent und keine Verwaltungsgebühren der Emittentin zu zahlen sind.
Der Unterschied zu den B & C Zertifikaten liegt ausschließlich in der Verwaltungsgebühr der Emittentin: B Zertifikat (0,5 Prozent im Jahr) und C Zertifikat (1 Prozent im Jahr).
Auf den ersten Blick erscheint dies überaus günstig, da Aktienfonds und Hedgefonds oft Gebühren von bis zu 3 oder 4 Prozent jährlich und eine Erfolgsbeteiligung beanspruchen.
Wer genauer hinsieht und sich einmal das pdf Dokument SF_A_B_C_Bedingungen ansieht, stellt folgendes fest:
Die drei Index Zertifikate beziehen sich auf folgende Produkte:
Superfund A Index Zertifikat auf Quadriga Superfunds Futures A Euro
Superfund B Index Zertifikat auf Quadriga Superfunds Futures B Euro
Superfund C Index Zertifikat auf Quadriga Superfunds Futures C Euro
Beim Quadriga Superfunds Futures A Euro fallen nun folgende Gebühren an:
Maximaler Ausgabeaufschlag von 4,5 Prozent
Maximale Rücknahmegebühren von 2,0 Prozent
Verwaltungsgebühren von 6 Prozent
Performancegebühren von 25 Prozent
Beim Quadriga Superfunds Futures B Euro fallen nun folgende Gebühren an:
Maximaler Ausgabeaufschlag von 4,5 Prozent
Maximale Rücknahmegebühren von 2,0 Prozent
Verwaltungsgebühren von 6 Prozent
Performancegebühren von 30 Prozent
Beim Quadriga Superfunds Futures C Euro fallen nun folgende Gebühren an:
Maximaler Ausgabeaufschlag von 4,5 Prozent
Maximale Rücknahmegebühren von 2,0 Prozent
Verwaltungsgebühren von 6 Prozent
Performancegebühren von 35 Prozent
Gebührenbeispiel am Käufer eines Superfund A Index Zertifikat:
Ein Investor kauft das Zertifikat A. Er investiert 100 Euro. Hiervon werden 4 Prozent als Ausgabeaufschlag für das Zertifikat einbehalten. Er verfügt nun also noch über 96 Euro.
Sein Geld fließt in das Zertifikat, welches wiederum in den Quadriga Superfunds Futures A Euro investiert.
Dort werden von den 96 Euro 4,5 Prozent (also 4,32 Euro) als Ausgabeaufschlag einbehalten. Den Anleger bleiben also nun noch 91,68 Euro.
Nun werden im Laufe eines Jahres 6 Prozent für Verwaltungsgebühren fällig. 6 Prozent aus den 91,68 Euro belaufen sich auf 5,5 Euro. Nach Abzug der Verwaltungsgebühren beläuft sich sein Vermögen also noch auf 86,18 Euro.
Gibt er nun sein Zertifikat zurück werden auf der Ebene von Quadriga Superfunds Futures A Euro 2 Prozent an Rücknahmegebühr berechnet.
Dies sind bei 86,18 Euro nun nochmals gerundete 1,72 Euro.
Sollte also – im Falle eines Jahres ohne Gewinne – unser Anleger sein Geld nach einem Jahr zurückhaben wollen, so verbleiben ihm nur noch 84,46 Euro.
Gehen wir im Beispiel weiter und unterstellen eine Bruttoperformance von guten 12 Prozent im Jahr.
Unser Anleger erwarb also das Zertifikat und ihm verlieben nach zweimaligem Ausgabeaufschlag noch 91,68 Euro.
Nun unterstellen wir eine fiktive Bruttoperformance von 12 Prozent im Jahr, dann würde dies bei 91,68 Euro einen Gewinn von gerundeten 11 Euro bedeuten.
Von diesen 11 Euro wiederum erhält der der „Quadriga Superfunds Futures A“ 25 Prozent.
Dies sind 2,75 Euro.
Dem Anleger verbleiben also 91,68 Euro plus 11 Euro minus 2,75 Euro = 99,93 Euro
Verkauft der Anleger nach einem Jahr sein Zertifikat und hat der dem Zertifikat zugrunde liegende Fond eine Bruttoperformance von 12 Prozent geschafft, dann muss der Anleger aus seinen 99,93 Euro die 2 Prozent Rücknahmegebühr bezahlen, was knapp 2 Euro entspricht.
Fazit: Unser fiktiver Anleger investierte 100 Euro, der dem Zertifikat zugrunde liegende Fond erwirtschaftete eine angenommene Bruttoperformance von 12 Prozent, der Anleger verkauft nach einem Jahr sein Zertifikat und erhält gerundete 97,93 Euro.
Verkaufsprospekt:
Leider war es mir nicht möglich, die Verkaufsprospekte tatsächlich komplett anzuschauen.
Hierfür gibt es zwei Gründe:
Nur das pdf Dokument „SF_A_B_C_Bedingungen“ war in deutscher Sprache verfasst. Das zweite pdf Dokument „A_B_C_Basisprospekt“ war nur in englischer und französischer Sprache verfasst.
Da die Zertifikate ja wie beschrieben jeweils in einen Superfund A, B oder C investieren, wäre es interessant gewesen, deren Verkaufsprospekte anzuschauen und zu studieren. Leider gab es diese Verkaufsprospekte weder als Beilage zum Infopaket noch zum Download auf der Webseite von Superfund.
Ergebnis:
Ingesamt erscheinen mir persönlich die Gebührenmodelle für die Produkte von Quadriga Superfund im Verhältnis zu anderen am Markt angebotenen Produkten relativ hoch. Seit einiger Zeit lässt die Performance der angebotenen Zertifikate zudem zu wünschen übrig.
Sollte aber die Rendite wieder die hohen Zahlen der Vergangenheit erreichen, sind die Produkte grundsätzlich schon interessant.
Angesichts der hohen Gebühren muss aber jeder Anleger selbst entscheiden, ob die Produkte für ihn in Frage kommen oder nicht.
Noch ein weiterer Hinweis:
Der Herausgeber der Zertifikate (Emittentin) ist die französische Exane-Gruppe. Laut dem oben genannten Prospekt (Seite 83) gilt das französische Recht und Gerichtsstand ist Paris.
Meiner Einschätzung nach würde dies bedeuten, dass bei einer möglichen Klage eines Investors diese in französischer Sprache in Paris eingereicht werden muss. Dies bedeutet natürlich im Streitfall deutlich höhere Kosten.
Weiterführende Artikel:
Am 13.06.2005 veröffentlicht die Börse-ARD.de einen siebenteiligen Artikel über das Superfund Garant Index Zertifikat, welches ich hier nicht weiter behandelt habe:
Teil 1: Superfund Garant: Vollgas mit Handbremse
Teil 2: Haken 1: Das Produkt an sich
Teil 3: Haken 2: Fehlende Flexibilität
Teil 4: Haken 3: Kosten, Kosten, Kosten
Teil 5: Haken 4: Alarmierender Performanceschwund
Teil 6: Haken 5: Intransparenz
Teil 7: Fazit: Eine Vertrauensfrage
Diese Zusammenfassung entspricht meiner Meinung über die Kosten- und Gebührenstrukur von Quadriga Superfund.
Ich freue mich auf Kommentare und Erfahrungen von Anlegern.
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Samstag, 8. September 2007
Samstag, 1. September 2007
Blogkatalog
Der Vermögensaufbau Blog hat sich eben in den Blogcatalog eingetragen.
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US Hypothekenbanken stellen ihr Geschäft ein
Die Sub Prime Krise breitet sich weiter auf das Finanzsystem aus.
First Magnus und Accredited Home, zwei große Hypothekenvermittler in den USA, haben ihre Geschäfte quasi eingestellt.
Die Sub Prime Hypothekenkrise zieht immer weitere Kreise.
US-Hypothekenfirma stellt die Geschäfte ein
New York - Der große US-Hypothekenvermittler First Magnus Corporation hat seine Geschäfte eingestellt. Es würden keine neuen Kredite mehr vergeben, teilte First Magnus den Kunden und den mit ihr im ganzen Land zusammenarbeitenden Hypotheken-Maklern am Freitag in einer Erklärung auf ihrer Web-Seite mit. First Magnus könnte nach US-Medienberichten möglicherweise ein Insolvenzverfahren beantragen.
Wie die Krise entstanden und und welche Auswirkungen diese auf unser Finanzsystem haben wird, versuche ich hier im Vermögensaufbau Blog im Sub Prime Immobilienkrise, die Akteure & die Auswirkungen und Sub Prime Immobilienkrise, selbst erlebte Beispiele in den USA darzustellen.
Eine gute Darstellung der Auswirkungen der Sub Prime Krise findet sich bei Handelsblatt.
„Subprime“ und kein Ende: Nun hat die US-Immobilienkrise auch Ostdeutschland erreicht. Nach dem prominenten Fall der IKB, ist die sächsische Landesbank ihr jüngstes Opfer. Doch wie sieht es in anderen Teilen der Welt aus? Auf den Spuren einer weltweiten Finanzkrise.
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